Das Problem: Security Awareness funktioniert nicht wie eine Impfung. Einmal verabreichen reicht nicht. Sie funktioniert wie Fitness – nur durch kontinuierliches Training entsteht eine nachhaltige Verhaltensänderung.
Die gute Nachricht: Ein erfolgreicher Jahresplan ist einfacher als Sie denken. Und nein, Sie brauchen dafür keinen Fulltime-Security-Manager.
In diesem Artikel erfahren Sie:
- Warum Einmalschulungen scheitern (und Sie es längst wissen)
- Wie das Jahresplan-Prinzip funktioniert
- Einen konkreten 30-Tage-Kickoff-Plan für Ihren Start
- Praxisbeispiele aus echten Unternehmen
- Die aktuelle Bedrohungslage im Februar 2026
Warum Einmalschulungen scheitern
Erinnern Sie sich noch an Ihre letzte Brandschutzunterweisung? Nein? Genau das ist das Problem.
Die Vergessenskurve ist gnadenlos
Nach nur vier Wochen sind 80% der Inhalte einer einmaligen Schulung vergessen. Bei Security Awareness bedeutet das: Der Aufwand war umsonst, das Risiko bleibt.
Die Wissenschaft dahinter: Der deutsche Psychologe Hermann Ebbinghaus entdeckte bereits Ende des 19. Jahrhunderts die „Vergessenskurve“. Seine Erkenntnis: Ohne Wiederholung vergessen wir Gelerntes exponentiell schnell. Nach einem Tag sind bereits 50% weg, nach einer Woche 75%, nach einem Monat fast alles.
Dazu kommt: Eine achtstündige Pflichtschulung an einem Freitagnachmittag erzeugt keine Motivation, sondern Widerstand. Mitarbeiter sehen es als „notwendiges Übel“, nicht als wertvolle Information für ihren Arbeitsalltag.
Die Praxis zeigt die Lücken
Das Resultat: Drei Monate später klickt der gleiche Mitarbeiter auf die gleiche Phishing-Mail, die in der Schulung als Beispiel gezeigt wurde. Das Wissen war da – aber nicht mehr abrufbar.
Ein IT-Leiter eines mittelständischen Unternehmens brachte es auf den Punkt: „Wir haben im März eine große Security-Schulung gemacht. Im Mai hatten wir einen erfolgreichen Phishing-Angriff. Die Mitarbeiterin, die draufgeklickt hat? War bei der Schulung dabei. Sie hatte es einfach vergessen.“
Das Motivationsproblem
Noch ein Faktor kommt hinzu: Die Einstellung zum Thema.
Wenn Mitarbeiter einmal im Jahr für einen ganzen Tag aus ihrem Arbeitsalltag gerissen werden, entsteht oft die Haltung: „Das ist diese Pflichtveranstaltung, die ich über mich ergehen lassen muss.“
Das Gegenteil von dem, was Sie erreichen wollen: Aktive Aufmerksamkeit und echtes Verständnis.
Sie merken: Wir brauchen einen anderen Ansatz.
Das Jahresplan-Prinzip: Rhythmus schafft Routine, Routine schafft Kultur
Stellen Sie sich vor: Ihre Mitarbeiter bekommen jeden Monat 15 Minuten kompaktes Security-Wissen zu einem spezifischen Thema. Nicht als Marathon-Schulung, sondern als kurzer Sprint.
Wie das aussehen kann: Die 12 Monate im Überblick
Januar: Sichere Passwörter und Passwort-Manager
Warum „Sommer2024!“ kein sicheres Passwort ist und wie Passwort-Manager das Leben leichter machen
Februar: Phishing-Mails erkennen – Die neuen Warnsignale
Die alten Rechtschreibfehler sind weg. Was schützt Sie jetzt?
März: Social Engineering – Manipulation am Telefon
Wie Angreifer über den Telefonhörer an sensible Daten kommen
April: Datenschutz im Homeoffice
Zwischen Küchentisch und Kinderbetreuung: Was ist erlaubt?
Mai: Sichere E-Mail-Kommunikation
Wann verschlüsseln? Was darf in eine E-Mail? Was nicht?
Juni: USB-Sticks und externe Datenträger
Warum der gefundene USB-Stick im Parkplatz keine gute Idee ist
Juli: Mobile Geräte sicher nutzen
Smartphone und Tablet: Ihre größte Sicherheitslücke?
August: Cloud-Dienste und Datensicherheit
Dropbox, OneDrive & Co.: Was ist erlaubt, was ist sicher?
September: Verhalten bei Sicherheitsvorfällen
Ihr Notfallplan: Was tun, wenn doch etwas passiert?
Oktober: Backup-Strategien verstehen
Warum Backups Ihre letzte Rettung sind (und wie sie wirklich funktionieren)
November: KI-Tools sicher einsetzen
ChatGPT & Co. im Unternehmen: Chancen und Risiken
Dezember: Jahresrückblick und Ausblick
Was haben wir gelernt? Was kommt 2027?
Die drei Erfolgsfaktoren
1. Kurze Dauer = hohe Aufmerksamkeit
15-20 Minuten sind die ideale Länge. Kurz genug, um die Aufmerksamkeit hochzuhalten. Lang genug, um ein Thema zu vertiefen. Niemand muss einen ganzen Tag blockieren.
2. Monatlicher Rhythmus = Gewöhnung
Der erste Montag im Monat ist „Security-Tag“. Nach wenigen Monaten ist das selbstverständlich. Wie der Montagsmorgen-Jour-fixe. Es gehört einfach dazu.
3. Spezifische Themen = praktische Relevanz
Jedes Thema ist konkret und im Alltag anwendbar. Nicht „allgemeine Cybersecurity“, sondern „Was mache ich, wenn ich eine verdächtige E-Mail bekomme?“ Das macht den Unterschied.
Der unterschätzte Nebeneffekt: Kulturwandel
Nach 6-8 Monaten passiert etwas Interessantes: Mitarbeiter fangen an, von selbst verdächtige E-Mails zu melden. Sie fragen nach, ob ein Anruf legitim war. Sie entwickeln ein Bewusstsein.
Das ist keine Magie – das ist Routine.
Wie beim Sport: Nach drei Monaten regelmäßigem Training ist der Gang ins Fitnessstudio normal. Bei Security Awareness ist es genauso.
So setzen Sie es um – auch ohne Security-Abteilung
„Das klingt gut, aber wer soll das vorbereiten?“ – Diese Frage höre ich am häufigsten.
Die Antwort: Sie müssen nicht jedes Schulungsmaterial selbst erstellen. Und Sie brauchen keinen Security-Experten.
Ihr minimaler Aufwand pro Monat
1. Monatlichen Termin festlegen
- Beispiel: Jeden ersten Montag im Monat, 9:00-9:20 Uhr
- Im Unternehmenskalender blocken
- Serie für 12 Monate anlegen
2. Verantwortlichen benennen
- Muss KEIN Security-Experte sein
- Geschäftsführung, HR-Leitung oder IT-Leitung reichen völlig
- Wichtig ist: Kontinuität und Verbindlichkeit
3. Inhalte nutzen (nicht selbst erstellen!)
- Fertige Schulungsmaterialien verwenden
- Videos, Präsentationen oder Textdokumente
- Kurze Vorbereitung: 20-30 Minuten
4. Format wählen
- Team-Meeting: Alle 15 Minuten gemeinsam
- E-Mail-Info: Kompakte Zusammenfassung + Link zu Material
- Intranet-Post: Mit Video oder Präsentation
- Hybride Lösung: Kleine Unternehmen Meeting, große Unternehmen digital
Der realistische Zeitaufwand
Vorbereitung: 30 Minuten (Material durchsehen, ggf. anpassen)
Durchführung: 20 Minuten (Präsentation oder Meeting)
Gesamt pro Monat: Weniger als 1 Stunde
Jahresaufwand für die verantwortliche Person: 12 Stunden
Zeitaufwand pro Mitarbeiter: 4 Stunden (12 x 20 Minuten)
Das ist weniger als ein einziger Schulungstag – aber mit nachweislich höherer Wirkung.
Der ROI: Was bringt das wirklich?
Lassen Sie uns konkret werden. Ein mittelständisches Produktionsunternehmen mit 45 Mitarbeitern hat genau diesen Ansatz umgesetzt.
Das Praxisbeispiel: Von 38% zu 7% Phishing-Klickrate
Ausgangssituation (Februar 2025):
- Phishing-Simulation durchgeführt: 38% Klickrate
- Keine strukturierten Schulungen vorhanden
- Sporadische Warnungen bei akuten Gefahren per E-Mail
- IT-Leiter verbringt viel Zeit mit „Feuerwehr-Aktionen“
Die Umsetzung:
- Monatliche 20-Minuten-Sessions, jeden ersten Dienstag
- Verantwortlich: HR-Leiterin (keine IT-Expertin!)
- Fertige Materialien aus der Security Awareness Toolbox
- Format: Kurzes Team-Meeting im Konferenzraum + PDF per E-Mail
Nach 6 Monaten (August 2025):
- Zweite Phishing-Simulation: 18% Klickrate (-20 Prozentpunkte)
- Erste Mitarbeiter melden verdächtige E-Mails proaktiv
- Positive Stimmung: „Das ist wirklich nützlich“
Nach 12 Monaten (Januar 2026):
- Dritte Phishing-Simulation: 7% Klickrate (-31 Prozentpunkte)
- Frühzeitige Meldung verdächtiger E-Mails ist zur Normalität geworden
- Abgewehrter CEO-Fraud-Versuch: Mitarbeiterin erkannte Social Engineering-Taktik aus Schulung von Monat 3
Die Rechnung
Investition:
- 12 Stunden Jahresaufwand für HR-Leiterin
- 900 Stunden Gesamtaufwand aller Mitarbeiter (45 x 20 Min. x 12 Monate)
- Investition: 1.909 EUR (Security Awareness Toolbox PRO)
Vermiedener Schaden:
- Ein erfolgreicher CEO-Fraud kostet KMU durchschnittlich 90.000 EUR (HDI-Studie)
- Ein erfolgreicher Ransomware-Angriff: 100.000-500.000 EUR (Ausfallkosten + Wiederherstellung)
- Reputationsschaden: Nicht in Zahlen messbar, aber real
Der vermiedene CEO-Fraud alleine hätte das Investment 25-fach amortisiert.
Die Frage ist nicht, ob Sie sich Security Awareness leisten können. Die Frage ist, ob Sie sich KEINE Security Awareness leisten können.
Praxistipp: Ihr Kickoff-Plan – Security Awareness in 30 Tagen starten
Sie wollen jetzt starten? Hier ist Ihr detaillierter 30-Tage-Fahrplan:
Woche 1: Commitment holen (Zeitaufwand: 3-4 Stunden)
Tag 1-2: Interne Abstimmung
- Gespräch mit Geschäftsführung: Warum ist das wichtig? Welche Ressourcen brauchen wir?
- Vorlage: „Wir investieren 12 Stunden pro Jahr und vermeiden potenziell 50.000 EUR Schaden“
- Commitment: Wer ist verantwortlich? Wer unterstützt?
Tag 3-4: Stakeholder einbinden
- IT-Leitung informieren und einbinden
- HR/Personalverantwortliche einbeziehen (wegen Schulungsdokumentation)
- Falls vorhanden: Datenschutzbeauftragten informieren
Tag 5: Budget klären
- Zeitbudget: 1 Stunde/Monat für Verantwortlichen
- Materialbudget: Eigene Erstellung oder fertige Inhalte?
- Entscheidung treffen und freigeben
Woche 2: Jahresplan aufstellen (Zeitaufwand: 2-3 Stunden)
Tag 1-2: Themen festlegen
- 12 Monatsthemen definieren (siehe Übersicht oben)
- An Unternehmensrealität anpassen (z.B. Branche, spezifische Risiken)
- Reihenfolge festlegen (Tipp: Mit „Quick Wins“ starten – Passwörter, Phishing)
Tag 3: Termine blocken
- 12 Termine im Unternehmenskalender eintragen
- Festen Tag/Uhrzeit wählen (z.B. jeden ersten Montag, 9:00 Uhr)
- Als Serientermin anlegen für das ganze Jahr
Tag 4: Format festlegen
- Entscheiden: Meeting, E-Mail, Intranet, oder Mix?
- Kleine Unternehmen (<20 MA): Team-Meeting funktioniert gut
- Größere Unternehmen: Digital + optionales Meeting
- Wichtig: Konsequent durchziehen!
Tag 5: Kommunikationsplan
- Wie kündigen wir das intern an?
- Wie erklären wir den Mehrwert?
- Welche Erwartungen setzen wir?
Woche 3: Erste Inhalte vorbereiten (Zeitaufwand: 3-4 Stunden)
Tag 1-2: Material für Monat 1 beschaffen
- Eigene Erstellung: Recherche + Folien erstellen
- Oder: Fertige Materialien lizenzieren/kaufen
- Qualitätscheck: Passt das zu unserem Unternehmen?
Tag 3: Test-Durchlauf
- Schulungseinheit intern durchspielen
- Timing checken: Wirklich nur 15-20 Minuten?
- Ggf. kürzen oder anpassen
Tag 4: Feedback-Mechanismus überlegen
- Wie messen wir Erfolg?
- Einfach: Kurze Umfrage nach jedem Monat
- Oder: Informelle Rückmeldungen sammeln
- Wichtig: Nicht übertreiben, niedrigschwellig halten
Tag 5: Material vorbereiten
- Präsentation finalisieren
- PDF erstellen (falls per E-Mail)
- Intranet-Beitrag vorbereiten
- Alles ready für Kickoff
Woche 4: Kickoff mit dem Team (Zeitaufwand: 1-2 Stunden)
Vorbereitung:
- Ankündigungsmail: „Neues Format ab nächstem Monat“
- Erklären, warum das wichtig ist
- Erwartungen managen: „Nur 20 Minuten pro Monat“
Kickoff-Meeting (30-45 Minuten):
- Warum machen wir das? (5 Min.)
- Aktuelle Bedrohungslage erklären
- Ziel: Alle schützen, nicht kontrollieren
- Wie funktioniert es? (5 Min.)
- 12 Monate, 12 Themen
- Immer am ersten Montag
- Kurz und kompakt
- Erste Schulungseinheit: Passwörter (15 Min.)
- Direkt loslegen mit Monat 1
- Zeigt: Das ist keine Theorie, das ist Praxis
- Fragen & Feedback (5 Min.)
- Offene Runde
- Ängste nehmen
Nachbereitung:
- Dokumentation der Teilnahme (DSGVO-konform)
- Material per E-Mail nachsenden
- Nächsten Termin ankündigen
Nach dem Kickoff: Die ersten 3 Monate
Monat 1: Neuheit, hohe Aufmerksamkeit – nutzen!
Monat 2: Erste Routine setzt ein – durchhalten!
Monat 3: Gewöhnung – jetzt wird es normal
Kritischer Punkt: Monat 2-3 sind entscheidend. Hier scheitern viele, weil die Anfangseuphorie nachlässt. Durchhalten! Ab Monat 4 ist es Teil der Unternehmenskultur.
Eine Vorlage für eine Kickoff-Präsentation (mit Redner-Skript) finden Sie in der Security Awareness Toolbox.
Aus unserer Praxis: Wie eine Steuerkanzlei Security Awareness zur Routine machte
Die Ausgangssituation
Eine mittelgroße Steuerkanzlei in Süddeutschland, 18 Mitarbeiter, hohe Fluktuation bei den Sachbearbeitern. Nach einem Phishing-Vorfall (glücklicherweise ohne Datenabfluss, aber mit 2 Tagen IT-Ausfall) kam die Erkenntnis: „Wir brauchen was Strukturiertes.“
Die Herausforderung:
Typische Kanzlei-Situation: Viel Arbeit, wenig Zeit, hoher Termindruck. Die klassische Reaktion auf „Security-Schulung“: „Dafür haben wir keine Zeit.“
Die Lösung: Der Security-Dienstag
Die Praxismanagerin entwickelte einen pragmatischen Ansatz:
Format:
- Jeden ersten Dienstag im Monat, 9:00-9:15 Uhr
- Vor dem ersten Mandantentermin
- Alle Mitarbeiter im Besprechungsraum (auch die Auszubildenden!)
- 15 Minuten, keine Sekunde länger
Materialien:
- Fertige Präsentationen aus der Security Awareness Toolbox
- Angepasst an Kanzlei-Kontext (DATEV, Mandantendaten, etc.)
- PDF per E-Mail als Nachlese
Besonderheit:
- Neue Mitarbeiter erhalten in den ersten zwei Wochen alle bisherigen Schulungsmaterialien
- „Security-Buddy-System“: Erfahrene Mitarbeiter als Ansprechpartner
Der Durchbruch
Monat 3 (Mai 2025):
Eine Sachbearbeiterin meldete eine verdächtige E-Mail. Betreff: „DATEV-Sicherheitsupdate erforderlich“. Perfektes Deutsch, korrektes DATEV-Logo, plausible Absenderadresse.
Aber: Die Mitarbeiterin hatte im April gelernt: „Bei unerwarteten Login-Aufforderungen immer skeptisch sein.“ Sie klickte nicht, sondern fragte die IT-Leitung.
Das Ergebnis: Es war ein gezielter Phishing-Angriff auf Steuerkanzleien. Bundesweit fielen dutzende Kanzleien darauf rein. Diese nicht.
Die Reaktion im Team: Von Skepsis („Brauchen wir das wirklich?“) zu Überzeugung („Das hat uns gerettet!“).
Nach 12 Monaten: Die Kultur hat sich verändert
Messbare Ergebnisse:
- Phishing-Simulation vor Start: 41% Klickrate
- Phishing-Simulation nach 12 Monaten: 5% Klickrate
- Durchschnittlich 2-3 gemeldete verdächtige E-Mails pro Monat (vorher: 0)
Kulturelle Veränderung:
- Security Awareness ist selbstverständlich geworden
- Neue Mitarbeiter werden in den ersten Wochen gezielt geschult
- Die monatlichen 15 Minuten sind fester Bestandteil des Kalenders
- Positive Stimmung: „Wir lernen wirklich was Nützliches“
Das Zitat der Kanzleimanagerin:
„Anfangs dachte ich: ‚Das wird nie funktionieren, wir haben doch keine Zeit.‘ Heute würde ich sagen: ‚Wir können es uns nicht leisten, KEINE Zeit dafür zu haben.'“
Die wichtigste Lektion
Es geht nicht um Perfektion. Es geht um Kontinuität.
Lieber 12 x 15 Minuten als 1 x 8 Stunden. Lieber ein einfaches Format konsequent durchgezogen als ein aufwändiges Konzept, das nach zwei Monaten einschläft.
Aktuelle Bedrohungslage: Die Post-Holiday-Phishing-Welle (Februar 2026)
Januar und Februar sind traditionell Hochphasen für Cyberangriffe. Drei Faktoren spielen Angreifern in die Hände:
1. Post-Holiday-Chaos
Nach den Feiertagen herrscht Hektik in vielen Unternehmen:
- Rückstände aus Dezember müssen aufgeholt werden
- Neue Projekte starten im neuen Jahr
- Mitarbeiter sind noch nicht wieder im vollen Rhythmus
Das nutzen Angreifer aus: In der Hektik fallen verdächtige Details weniger auf.
2. Jahresabschluss-Dringlichkeit
„Dringende Rechnung für 2026“, „Jahresabschluss-Dokumente“, „Steuererklärung bis 31.01.“ – alles wirkt im Januar und Februar besonders plausibel.
Beispiel aus der Praxis (Januar 2026):
Ein Steuerberater erhielt eine perfekt formulierte E-Mail: „Mandantendaten für Jahresabschluss 2025 – bitte bis Freitag“. Absender: Scheinbar ein bekannter Mandant. Tatsächlich: Phishing mit gestohlenen E-Mail-Signaturen.
3. Neue Mitarbeiter
Viele Unternehmen stellen zum Jahreswechsel neue Mitarbeiter ein. Diese kennen oft:
- Die internen Prozesse noch nicht
- Die typischen Kommunikationswege nicht
- Die „üblichen Verdächtigen“ (verdächtige Absender) noch nicht
Sie sind perfekte, unwissende Ziele.
Aktuelle Angriffstaktiken (Februar 2026)
Taktik 1: Fake-Steuerberater-Mails
Gefälschte E-Mails mit vermeintlichen Steuerdokumenten, die Malware enthalten. Besonders perfide: Sie verwenden echte Namen bekannter Steuerberater aus der Region.
Taktik 2: „Jahresabschluss-Phishing“
Angebliche Bilanzen, Gewinn- und Verlustrechnungen oder Steuererklärungen als Anhang. Oft mit Zeitdruck: „Bis morgen prüfen und freigeben“.
Taktik 3: Office365-Phishing
Gefälschte Microsoft-Warnungen über „ungewöhnliche Aktivitäten“ im Konto. Die Phishing-Seiten sehen täuschend echt aus – inklusive korrektem Microsoft-Logo und -Design.
Taktik 4: CEO-Fraud mit Neujahrs-Kontext
„Dringende Überweisung für neues Projekt im Q1“ oder „Lieferantenrechnung aus Dezember muss noch diese Woche bezahlt werden“ – alles mit dem Druck der Jahreswende.
Das Perfide an diesen Angriffen
Alle diese E-Mails sind:
- ✓ Perfekt formuliert (dank KI)
- ✓ Kontextbezogen (passen zur Jahreszeit)
- ✓ Mit Zeitdruck (Jahresabschluss, Fristen)
- ✓ Scheinbar von legitimen Absendern
Ihre Mitarbeiter müssen JETZT aufmerksam sein – nicht erst nach der nächsten Jahresschulung im Herbst.
Genau deshalb brauchen Sie kontinuierliche Schulung. Im Februar wird das Thema „Phishing“ aufgefrischt. Im März folgt „Social Engineering“. Die Themen greifen ineinander und schaffen ein ganzheitliches Bewusstsein.
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Security Awareness ist kein Sprint, sondern ein Marathon. Aber die gute Nachricht: Sie müssen nicht perfekt starten. Sie müssen nur starten.
Die drei wichtigsten Erkenntnisse aus diesem Artikel:
- Einmalschulungen funktionieren nicht – die Vergessenskurve ist zu steil
- Kontinuität schlägt Perfektion – 12 x 15 Minuten sind besser als 1 x 8 Stunden
- Sie brauchen keine Security-Abteilung – mit den richtigen Materialien kann jeder Security Awareness umsetzen
Der beste Zeitpunkt, um mit Security Awareness zu starten, war vor einem Jahr. Der zweitbeste Zeitpunkt ist heute.
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